Die AG 3D-HD-TV der Deutschen TV-Plattform wurde Ende Juni 2010 gegründet und steht unter Leitung von Dr. Dietrich Westerkamp (Technicolor). Er hat bereits seit 2003 die AG HDTV und Bildqualitätsverbesserung geführt, die mit der Gründung der neuen Arbeitsgruppe formal ihre Arbeit beendete. Als jüngstes Arbeitsgremium der TV-Plattform kümmert sich die AG 3D-HD-TV sowohl um Ausbau und Optimierung des hochauflösenden Fernsehens (HDTV) als auch um stereoskopisches 3DTV in Deutschland. Fragen zu HDTV im Zusammenhang mit der Übertragung über digitales Antennenfernsehen (DVB-T2) oder Interaktivität (Stichwort: "HD-Videotext") werden auch von weiteren Arbeitsgruppen der Deutschen TV-Plattform behandelt.
Der Boom der 3D-Kinofilme und das wachsende 3D-Spiele-Angebot haben den Wunsch von Zuschauern nach Dreidimensionalem am heimischen TV-Flachbildschirm beflügelt. Dem neuen Trend kann sich derzeit kaum ein Hersteller von Unterhaltungselektronik entziehen, und auch die beiden Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat sowie einige Kabelnetzbetreiber bieten 3D-Demokanäle an. Nach intensiver Arbeit hat das internationale Digital Video Broadcasting Project DVB einen ersten Standard für die Übertragung von 3D fürs Fernsehen entwickelt. Früher als erwartet ist 3DTV in Deutschland gestartet. Die Abo-TV-Plattform Sky hat bereits Anfang 2010 erste Live-Übertragungen in 3DTV getestet und strahlt seit Oktober 2010 einen 3D-Eventkanal aus. Die Deutsche Telekom übertrug mit ihrem IPTV-Angebot Entertain Sport-Highlights in 3D und bietet ab September 2010 auch 3D-Filme auf der Plattform als Video-on-Demand an. Sky wie auch Entertain übertragen seit Januar 2011 regelmäßig Spiele der Fußball-Bundesliga in 3DTV. Topaktuell war deshalb das Thema des 19. Symposiums der Deutschen TV-Plattform Anfang November 2010 in Berlin: "Von HDTV zu 3DTV - Markterfolg oder Hype?".
Für die deutschen Fernsehsender bleibt HDTV zunächst das wichtigste Thema. Mit der HD-Übertragung der Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver durch ARD und ZDF ist das hochauflösende Fernsehen in den deutschen Haushalten angekommen - alle großen Sendergruppen strahlen nun ihre Programme dauerhaft auch in HDTV aus. War bisher der Satellit bei den TV-Empfangswegen Vorreiter für HDTV, wächst seit Anfang 2010 das HD-Programmangebot der Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Auch im DSL-Netz wird HDTV angeboten: Die Deutsche Telekom etwa zeigt die Fußball-Bundesliga komplett in HDTV. Mit 16 Programmen in seinem HD-Paket ist Sky der bislang größte Anbieter hochauflösenden Fernsehens in Deutschland. Die großen Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 verbreiten über die Satelliten-Plattform HD+ ihre Programme ebenfalls in HDTV und speisen ihre HD-Sender nach und nach auch in den Kabelnetzen ein. Nach der Abschaltung der analogen TV-Satellitenverbreitung haben das ZDF und die ARD ab 1. Mai 2012 die Ausstrahlung von zehn weiteren Programmen in HDTV angekündigt. Aus Sicht der Sender bleibt beim Thema HDTV einiges zu tun, bevor man sich ernsthaft mit der Frage nach 3D-Kanälen befasst: Sie wollen den Anteil „nativen“ HD-Materials erhöhen, die HDTV-Produktionsprozesse in den Sendern komplett umstellen und die Zahl ihrer HD-Programme ausweiten.
"Wir stehen mit 3D am Anfang einer dynamischen Entwicklung", so Dr. Dietrich Westerkamp, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform, "die technisch anspruchsvoll ist und noch große Anstrengungen von allen Seiten verlangt. Durch unsere aktive Mitwirkung und Moderation wollen wir dazu beitragen, dass 3DTV geordnet, in hoher Qualität und auf Grundlage von einheitlichen Standards für alle Marktpartner sinnvoll eingeführt werden kann. Was HDTV betrifft, erwarten unsere Mitglieder, dass wir die offenen Themen weiterhin konstruktiv begleiten. Außerdem gilt es, Handel und Verbraucher qualifiziert zu informieren und zu beraten – sowohl bei HDTV als auch 3DTV.“ Dazu gibt es zum Beispiel ein Special HDTV in diesem Webauftritt und erste Publikationen wie den "Einkaufsberater 3D-Geräte".












