Die Arbeitsgruppe Terrestrik der Deutschen TV-Plattform wurde Ende April 2009 gebildet und steht unter Leitung von Dr. Helmut Stein (ISDM). In ihr bringen die Arbeitsgruppen DVB-T (2001 - 2009) und M3 / Multimedia Mobil (2004 - 2009), die ihre Arbeit erfolgreich beendeten, ihre Erfahrungen ein. Die AG hat drei Schwerpunkte: Steigerung der Effizienz des digitalen Antennenrundfunks, mobile Nutzung von Medien und die Verträglichkeit von Mobilfunktechnologien und Rundfunk in terrestrischen Netzen. Als erstes wichtiges Arbeitspapier hat die AG zur IFA 2010 ein Dokument zur Bedeutung und Zukunft des terrestrischen Rundfunks vorgelegt.
Bei der Effizienzsteigerung der digitalen Terrestrik stehen alternative Video- und Audio-Codierverfahren für DVB-T, der neue Standard DVB-T2 und Migrationsszenarien für den deutschen Markt sowie Modulationsverfahren für Rundfunk und Mobilfunk im Mittelpunkt. Nach dem Scheitern von DMB und DVB-H in Deutschland geht es bei der mobilen Nutzung audiovisueller Medien um mobile TV-Nutzung, die Verwendung von Mobilfunksystemen wie 3G und LTE für die Verbreitung von Rundfunkinhalten und andere Entwicklungstrends des digitalen Antennenfernsehens. Im Schwerpunkt Verträglichkeit widmet sich die Arbeitsgruppe dem Störpotential bei der Anwendung von Mobilfunktechnologien in heutigen Rundfunkfrequenzen (UHF-Spektrum) sowie im Breitbandkabel („Digitale Dividende“) und wird die notwendigen Netzumplanungsmaßnahmen durch die Umwidmung von Rundfunkfrequenzen für andere Technologien begleiten. Zum gesamten Themenspektrum der Terrestrik wurden mehrere Dokumente veröffentlicht und im Mai 2011 auch ein Workshop durchgeführt.
Besonders beim terrestrischen Rundfunk kann die neue Arbeitsgruppe auf den Erfolgen der AG DVB-T aufbauen. Sie hatte seit 2001 aktiv daran mitgewirkt, dass der Umstieg von der analogen auf die digitale terrestrische Fernsehverbreitung bundesweit Ende 2008 abgeschlossen wurde und in einem entsprechenden Abschlussbericht Faktoren für den Erfolg analysiert. Damit hat die Antenne als erster der drei klassischen TV-Empfangswege das Ziel der vollständigen Digitalisierung erreicht und Deutschland ist in diesem Bereich ein Vorreiter in Europa. Bedeutend für Verbraucher, Handel und Industrie sind Minimalanforderungen an DVB-T-Empfänger und -Antennen, die die AG ab 2004 bzw. 2007 erarbeitete. Auf dieser Basis werden die DVB-T-Gütesiegel für Geräte und Antennen von der Deutschen TV-Plattform weiterhin vergeben.
"Die Dynamik in der Terrestrik ist beim Rundfunk hoch, denn mit dem Analog-Digital-Umstieg ist nur die erste Etappe geschafft. Mit dem Nachfolger DVB-T2, durch die stürmische Entwicklung des Mobilfunks als gleichfalls terrestrischem Sendenetz und den hybriden Möglichkeiten tauchen ganz neue Fragen der Konvergenz auf, die in Form neuer Netze und Dienste den Verbrauchern echten Mehrwert bieten können", ist Vorstandsmitglied Dr. Helmut Stein optimistisch: "Die neue Arbeitsgruppe der Deutschen TV-Plattform ist prädestiniert dafür, in dieser Situation frühzeitig harmonisierend und unterstützend zu wirken."













