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Analoge Sat-TV-Abschaltung komplett

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Beispielhafte Digitalisierungs-Aktion

Mit der Abschaltung der analogen TV-Signale am 30. April sind drei der vier Übertragungswege für Fernsehen in Deutschland komplett digital. Zugleich setzt mit mehr als einem Dutzend hoch auflösenden Programmen von ARD, ZDF und Privatsendern ein HDTV-Boom ein.

Innerhalb von zwei Jahren sind in Deutschland 6,8 Millionen analoge Satelliten-TV-Haushalte auf Digital-Empfang umgestiegen. Das ist das Ergebnis einer über zweijährigen konzertierten Aktion von Sendern, Satellitenbetreibern, Geräteherstellern und der Medienpolitik. Koordiniert wurde sie von der Initiative Klardigital - aktiv beteiligt war auch die Deutsche TV-Plattform mit einer speziellen Arbeitsgruppe. Die Abschaltung der analogen Satellitenausstrahlungen am 30. April sei "erfolgreich und ohne größere Probleme" verlaufen, bilanzierten Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und Beauftragte für Plattformregulierung und Digitalen Zugang aller Landesmedienanstalten, sowie Klaus Hofmann, Projektleiter der Initiative Klardigital, übereinstimmend.
Für Astra-Deutschland-Chef Wolfgang Elsäßer, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform, ist die wachsende Zahl der HDTV-Programme der „beste Grund auf digitales Satellitenfernsehen umzusteigen“. In einer Pressemitteilung konstatierte er: „Deutschland ist in der digitalen Fernsehzukunft angekommen. Über 2,6 Millionen verkaufte Geräte für digitalen Sat-Empfang in nur drei Monaten – das ist ein Rekord, mit dem die wenigsten in der TV-Branche gerechnet haben.
„Durch gemeinsame Anstrengungen haben wir Millionen Zuschauer ins Zeitalter des modernen Fernsehens geführt“, bilanziert Jörg-Peter Jost (Hessischer Rundfunk), Leiter der AG Digitalisierung und Mitglied des Vorstands der Deutschen TV-Plattform in der "TV Zukunft". In der jüngsten Ausgabe des Informationsblatts des Vereins prognostizierte er Mitte April, dass die Umstellung „ohne größere Probleme von statten gehen wird und eine beispielhafte Digitalisierungsaktion“ darstellt.   

Allerdings gibt es auch Kritik an der kompletten Sat-TV-Umstellung. So sollen etliche Receiver die neuen ARD-/ZDF-Programme in HDTV nicht korrekt darstellen, berichten Fachportale wie Heise und Digitalfernsehen. Wie Brigitte Busch von ARD Digital sagte, werde das Problem sehr ernst genommen. Zwar seien die Hersteller rechtzeitig über die neuen Pramater informiert worden und entsprechende Transportströme hätten zu Testzwecken zur Verfügung gestanden. Trotzdem werde man über das Institut für Rundfunktechnik gemeinsam mit Geräteherstellern nach Lösungen suchen. Die können - wie von einigen Firmen angekündigt bzw. durchgeführt - in Firmware-Updates bestehen. Einen entsprechenden Hinweis gibt es auch unter Fragen & Antworten bei ARD digital. Eine umfangreiche Übersicht zur Digitalisierung bietet das entsprechende Web-Special der Deutschen TV-Plattform.

Die durch Beendigung der analogen Programmverbreitung freiwerdenden Satelliten- Kapazitäten nutzen die öffentlich-rechtlichen Sender für eine HDTV-Offensive: Im Zuge der Umstellung bieten ARD und ZDF zehn weitere TV-Programme hoch auflösend. Dabei ändert sich die bisherige Transponderbelegung. Das bedeutet für digitale Satellitenhaushalte mit HD-Geräten (iDTV bzw. Receiver) am 30. April zumeist einen Sendersuchlauf, sollten die neuen HDTV-Programme nicht automatisch erkannt werden. Eine Übersicht der neuen HDTV-Programme mit Angabe der Transponder (TP) bieten zwei Grafiken: Stufenplan (bis 2014) und Transponderwechsel. Auch bei HD+, der HDTV-Satellitenplattform der Privatsender, kommen mit Super RTL und DMAX zwei neue hoch auflösende Programme dazu. Eine Übersicht zu HDTV bietet das entsprechende Web-Special der Deutschen TV-Plattform.

Bei dem mit der Satelliten-Umstellung verbundenen HDTV-Boom wollen auch andere Übertragungswege mitziehen: So wollen die beiden IPTV-Anbieter Vodafone und Telekom (T-Entertain hat 15 weitere HD-Sender angekündigt) die neuen hoch auflösenden Programme von ARD, ZDF und weiteren Veranstaltern ab Mai ihren Kunden anbieten. Und Sky hat den 11. Satellitentransponder an gemietet, um sein hoch auflösendes TV-Angebot zu erweitern. Einige Kabelnetzbetreiber leiten die neuen ARD-/ZDF-Programme in HD durch und haben weitere HDTV-Angebote angekündigt. 

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