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Ausgabe August 2014

Neue Trends DVB-T

Neue Trends DVB-T

DOKUMENTE
Gütesiegel für Endgeräte
Minimalanforderungen
Antrag für das DVB-T Gütesiegel
Gütesiegel für Antennen
Minimalanforderungen
Antrag für das DVB-T Gütesiegel
Technische Spezifikation
A1 e-Book (ISO/IEC)
A2 SI-Data use (WG017)
A3 DVB-T Empfängereigenschaften
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Neue Trends beim digitalen Antennenfernsehen
Nach der frühzeitigen und vollständigen Analog-digital-Umstellung bis Ende 2008 in Deutschland gibt es beim Antennenfernsehen neue Entwicklungen. Zum einen können terrestrische Frequenzen als öffentliche Ressourcen nun effektiver für die Verbreitung von Signalen genutzt werden, so dass neben Fernsehen Platz für andere Angebote zur Verfügung steht. Zum anderen gibt es inzwischen für Digital-TV höhere Kompressionsraten als bei dem in Deutschland genutzten DVB-T-Standard und 2009 ist der Nachfolger DVB-T2 standardisiert worden. Fast zwei Dutzend Länder in Europa sowie weltweit haben mit der Einführung von DVB-T2 begonnen und auch in Deutschland sind erfolgreich Testprojekte gelaufen, u.a. in Norddeutschland, in Berlin und München. ARD und ZDF haben angekündigt, ab 2017 Programme in DVB-T2 auszustrahlen - allerdings dabei gleich auf den neuen Kompressionsstandard HEVC (H.265) umsteigen zu wollen. Auch die großen Privatsendergruppen wie die Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 wollen auf DVB-T2 umsteigen und haben dazu mit dem Sendenetzbetreiber Media Broadcast in 2014 entsprechende Vereinbarungen getroffen. Unterstützt wird das von den Landesmedienanstalten.

Hybrid-TV und Zukunft der Terrestrik
Nicht zuletzt hält eine neue Verknüpfung von Internet und TV bei terrestrischem Digitalfernsehen Einzug: Das ZDF bietet seit Oktober 2010 als erster bundesweiter Sender in seinem DVB-T-Programm auch hybride Anwendungen im HbbTV-Standard wie modernen Videotext an (s. AG Smart TV). Bei HbbTV via DVB-T sind auch ARD-Anstalten aktiv - unterstützt vom Institut für Rundfunktechnik (IRT). Als Sendenetzbetreiber hat Media Broadcast im Februar 2012 den HbbTV-Service Multithek gestartet. Alle diese Trends beim Antennenfernsehen unterstützte die AG Terrestrik der Deutschen TV-Plattform: Ihre Arbeit wird seit Mitte 2012 von der Arbeitsgruppe Broadcast Infrastruktur fortgeführt. Ein Schwerpunkt ist dabei, die terrestrische Fernsehverbreitung in Deutschland - zum Beispiel mit der Einführung von DVB-T2 - weiter zu entwickeln, wofür der an die Deutsche TV-Plattform übergebene Abschlussbericht des Nord-Projekts von 2012 konkrete Parameter und Szenarien vorschlägt (Presseinformation). Seit Oktober 2014 steht in Berlin in einem Pilotprojekt eine Testumgebung für DVB-T2 mit HEVC zur Verfügung, teilte Media Broadcast mit (Presseinfo).

Handover für mobilen Empfang

Mit der inzwischen auf fast zwei Millionen gestiegenen Zahl an DVB-T-Empfängern in Fahrzeugen wächst die Nachfrage nach komfortablerer Mobil-Nutzung des Überall-Fernsehen - in Deutschland wie auch europaweit. Durchquert man bei Reisen mehrere verschiedene DVB-T-Sendegebiete mit unterschiedlicher Frequenzbelegung, müsste jedes Mal beim Wechsel ein neuer Sendesuchlauf gestartet oder per Hand umgeschaltet werden. Um das so genannte automatische „Handover“ zu ermöglichen, arbeiten Programmveranstalter, Geräteindustrie und Sendenetzbetreiber an kundenfreundlichen Lösungen – u.a. in den AGs der Deutschen TV-Plattform. Europaweit gilt dies als Vorreiter-Projekt, an dem auch die Automobilindustrie großes Interesse hat. Bei einem Workshop der Deutschen TV-Plattform in Kooperation mit dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München wurden im Mai 2011 erste Ergebnisse vorgestellt. Insgesamt beläuft sich laut GfK die Zahl der mobil-portablen Empfänger für digitales Antennenfernsehen in Deutschland auf rund 8 Millionen Geräte (Laptops, Notebooks, USB-Sticks etc.).

Mobilfunk und Digitale Dividende

Die effektivere Nutzung terrestrischer Frequenzen durch die Digitalisierung des Antennenfernsehens macht zunächst Übertragungskapazitäten frei. Diese UHF-Frequenzen zwischen 790 und 862 MHz (Kanäle 61 – 69) werden als „Digitale Dividende“ bezeichnet und wurden 2010 durch die Bundesnetzagentur versteigert, um die Versorgung mit breitbandigem Internet deutschlandweit zu verbessern. Für über vier Milliarden Euro erhielten drei Mobilfunkbetreiber den Zuschlag für diese Rundfunkfrequenzen, um dort über den neuen, leistungsfähigen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) breitbandiges Internet für unterversorgte Gebiete anzubieten. Ungeklärt bei der Nutzung von digitalen Rund- und Mobilfunkstandards in benachbarten oder gar einem Frequenzbereich ist die Frage der Verträglichkeit. Tests deuten darauf hin, dass es bei den im Markt befindlichen DVB-T-Empfängern und Kabelgeräten sowie in den Kabelnetzen selbst zu Störungen kommen kann. Um für die in Millionen Haushalten im Einsatz befindliche Technik Lösungen zu entwickeln, bedarf es nach Meinung der Experten der Deutschen TV-Plattform weiterer Untersuchungen. Trotzdem diskutiert die Medienpolitik über eine "Digitale Dividende II", bei der auch das 700 MHz-Band der Rundfunknutzung entzogen werden soll.

DVB-T-Gütesiegel
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Montag, 20. Oktober 2014