Flyer DVBT2HD Cover2016Neues Fernsehen für die Antennen-Haushalte in Deutschland

Millionen in Deutschland nutzen das ÜberallFernsehen DVB-T als Digital-TV über Antenne. Entweder stationär über Haus-, Außen- bzw. Zimmer­antenne oder mobil-portabel unterwegs. Bei letzterem wird - etwa über geeignete USB-Sticks für Laptops oder in Autos - ferngesehen. Haupt-Empfangswege für TV sind in Deutschland weiterhin Satellit und Kabel - IPTV rangiert noch hinter Antenne auf Platz vier (Digitalisierungsbericht 2015). Die Nicht-Antennen-Haushalte sind übrigens von der Modernisierung des ÜberallFernsehens in Deutschland NICHT betroffen. Konkret wird DVB-T durch DVB-T2 HD abgelöst - schrittweise von Region zu Region wird von 2017 bis 2019 umgestellt. Nach Tests in drei Pilotgebieten in den letzten zwei Jahren läuft nun seit 31. Mai 2016 die Einführung mit einem zusätzlichen Angebot. Basis-Informationen bieten ein aktueller Flyer - gedruckt wie auch als PDF.
 

Das Besondere: DVB-T2 wird mit HEVC kombiniert

DVB-T2 ist der Nachfolge-Standard des digitalen Antennenfernsehens DVB-T und gehört zur zweiten Generation der internationalen Standards für digitale Fernsehübertragung (Übersicht). DVB ist das Kürzel für Digital Video Broadcasting, „T” steht für Terrestrik und weist auf den Empfangsweg (Antenne) hin. Daneben gibt es auch DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) mit Standards der zweiten Generation (DVB-S2 und DVB-C2). DVB-T2 ist deutlich effizienter als der Vorgänger DVB-T. Weltweit ist DVB-T2 schon in drei Dutzend Ländern eingeführt – etwa bei unseren Nachbarn in Österreich. Allerdings haben in Deutschland die Fernsehsender entschieden, im Zuge der Einführung von DVB-T2 auch gleich den neuesten Standard der Bewegtbild-Kodierung einzusetzen: High Efficiency Video Coding = HEVC (H.265). Damit werden die Bildsignale bei gleicher Qualität noch stärker komprimiert, sprich: Mit HEVC können in einem DVB-T2-Kanal noch mehr Programme in besserer Qualität verbreitet werden. Die Kombination von DVB-T2 mit HEVC nennt Deutschland DVB-T2 HD. Damit sind wir international Vorreiter.
 

Gründe für den Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 HD
dvb-t2-hd-logo

Es gibt mehrere Gründe für die Einführung von DVB-T2 HD in Deutschland. Mit DVB-T2 wird in Deutschland endlich auch über die Terrestrik das hochauflösende Fernsehen (HDTV) verfügbar gemacht. Bei den anderen TV-Empfangswegen ist dies schon seit Jahren der Fall: HDTV wird mittlerweile von fast allen TV-Sendern in Deutschland angeboten und von den Zuschauern immer mehr nachgefragt. Ein weiterer Aspekt ist, dass die für terrestrisches Fernsehen verfügbaren Frequenzen knapper werden, weil ein Teil für mobiles Breitband-Internet umgewidmet wurde ("Digitale Dividende"). Daher ist eine möglichst effiziente Frequenznutzung wichtig, und der Umstieg auf DVB-T2 kommt gerade recht. 
 

Vielfalt und Qualität des Programmangebots

Mit DVB-T2 HD erhöht sich die Zahl der Antennenprogramme in Deutschland auf über 40. Zudem bieten alle großen Sendergruppen und Programmveranstalter ihre Inhalte in HDTV (Full-HD mit 1080p50) über DVB-T2 in Deutschland an. Dazu gehören neben den öffentlichen-rechtlichen Programmen von ARD und ZDF inklusive ihrer Gemeinschaftsprogramme (arte, 3sat, Phoenix, KiKa) ebenfalls private Angebote der Mediengruppe RTL Deutschland und von ProSiebenSat.1. Shoppingsender und Spartenprogramme könnten ebenfalls auf das neue digitale Antennenfernsehen umsteigen. Außer den regionalen ARD-Programmen sollen weitere regionale Programme hinzukommen. ARD und ZDF entscheiden über die Programmbelegung in den ihnen zugewiesenen drei Multiplexen selbst. Die restlichen Sendeplätze werden vom Plattformbetreiber nach medienpolitischen Vorgaben durch die Landesmedienanstalten in weiteren drei Multiplexen belegt. Alle öffentlich-rechtlichen Sender werden - wieDVBT2 HD Programme 2016 bisher bei DVB-T - unverschlüsselt angeboten. Andere Sender wird der Netz- und Plattformbetreiber Media Broadcast verschlüsselt anbieten. 

 

Der Zeitplan und die Phasen der Umstellung

Am 31. Mai 2016 begann die erste Stufe der Einführung von DVB-T2 HD mit sechs Programmen (Das Erste HD, ZDF HD, RTL HD, ProSieben HD, Vox HD, Sat.1 HD) in jeweils einem zusätzlichen Multiplex in 18 Ballungsräumen (Projektbüro). Dazu gehören Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern (Karte download). Dort sind Dank 36 umgerüsteter Sendestandorte u.a. die Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele 2016 in HDTV über Antenne zu sehen. Eine Übersicht bietet eine individuell einstellbare Empfangskarte des Sendenetzbetreibers. In den anderen Multiplexen wird weiterhin wie bisher DVB-T gesendet. Weitere Programme folgen dann mit dem Regelbetrieb von DVB-T2 HD ab 29. März 2017: Von Region zu Region werden alle DVB-T-Multiplexe auf DVB-T2 HD umgestellt. Alle Projektpartner haben vereinbart, bis Mitte 2019 deutschlandweit komplett auf das neue Antennenfernsehen umzusteigen (Zeitplan).