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Ausgabe August 2014

1992 - Die Chronik

1992 - Die Chronik

 



HDTV im EUREKA 95-Standard 1250/50 konnte 1992
deutschlandweit in rund 80 Viewing Sites erlebt werden.
Die Bereitschaft, für deutlich bessere Bild- und Ton -
qualität auch mehr Geld auszugeben, hielt sich bei den
Betrachtern freilich in Grenzen.


Die Olympischen Sommerspiele in Barcelona wurden mit
41 HDTV-Kameras aufgenommen. Insgesamt konnten
über 230 Stunden HDTV-Programme übertragen werden.


Für die Olympischen Winterspiele Albertville 1992
standen europaweit 50 sog. Reception Sites zur Verfügung. Vier Satelliten übertrugen insgesamt 210 Stunden via HD-MAC.

06.02.1992 Vorstandssitzung
Antrag von Dr. Albrecht Ziemer (ZDF) zur Erweiterung der Plattform-Aktivitätum weitere 16:9-Format-Systeme (z.B. PALplus).

10.06.1992 Vorstandssitzung (mit Gästen)
• Berichte der Leiter der Arbeitsgruppen
• Fortschreibung der MAC-Richtlinie / MoU
• Barcelona („Viewing-Sites“ von Plattform und Mitgliedern)
• Öffentlichkeitsarbeit
• Erweiterung des Tätigkeitsfeldes durch interdisziplinäre AG: 16:9
• Finanzieller Status, Mitgliedsbeiträge

25.07.1992 Aktion „Viewing-Sites“
bis 09.08.92 während der Olympischen Sommerspiele 1992, Barcelona
Die Olympischen Sommerspiele in Barcelona waren – mehr noch als die vorausgegangenen Winterspiele in Albertville und die Expo in Sevilla – das herausragende sportliche Ereignis, das den Rahmen für die technische Premiere bildete: weitere öffentliche Übertragungen des neuen hochauf - lösenden Fernsehens HDTV im 16:9 Breitbildformat.

Die europäische HDTV-Premiere brachte an 16 Tagen über 230 Stunden Spitzenleistungen des Sports in der neuen Fernsehqualität. Täglich wurden in der Zeit von 10 bis nach 24 Uhr die interessantesten sportlichen Ereignisse aus den olympischen Arenen in HD-MAC, dem damalligen europäischen Übertragungsstandard für HDTV, als Sonderprogramm übertragen. Dafür waren 41 HDTV-Kameras, 28 MAZen, 3 Zeitlupenmaschinen u.a. Studiogeräte sowie ein Dutzend Ü-Wagen im Einsatz. Eine HDTV Helikopter-Einheit sowie eine HDTV-Unterwasserkamera sorgten für die nötigen Über-und Einblicke.

Wie bereits bei den Vorversuchen anläßlich der Winterspiele aus Albertville erfolgte die Übertragung über die Satelliten TV-Sat 2, TDF 1/2, Olympus und Eutelsat II F3. Dazu hatte die ARD ihren EinsPlus-Kanal (Transponder 18) zur Verfügung gestellt. Gesehen werden konnte das Sonderprogramm europaweit in 694 sogenannte „Reception Sites“, also Vorführplätzen ähnlich den „Fernsehstuben“ früherer Zeiten. Insgesamt wurden bis zu 1000 HDMAC- Empfänger versorgt, davon waren 600 bis 700 Röhrengeräte, meist 36“.

In Deutschland gab es rund 80 solcher „Viewing-Sites“ bei Rundfunkanstalten, beim Fachhandel, in Telekom-Läden, aber auch in Hotels, Hochschulen, Verlagsgebäuden, Kurverwaltungen sowie auf Flughäfen. Dort konnte sich die Interessenten einen eigenen Eindruck verschaffen und wurden anschließend nach ihren Eindrücken befragt. Insgesamt 14 solcher Viewing-Sites wurden von der HDTV-Plattform mit Unterstützung der Industrie aufgebaut und betreut. Die Standorte waren vorwiegend Hotels (Intercontinental, Kempinski, Maritim, ..) in Hamburg (hier auch NDR), Hannover, Travemünde, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Dresden, Stuttgart und München.
Privater Empfang der HD-MAC-Programme war nur mit D2-MAC-Empfängern möglich, allerdings auch nur in Standard-Auflösung, da es zum damaligen Zeitpunkt noch keine HD-MAC Decoder im Handel gab. Mit HDTV-Serien geräten rechneten Branchenexperten zum damaligen Zeitpunkt ab 1994.

15.10.1992 3. Mitgliederversammlung
Themen:
• turnusmäßige Wahlen zum Vorstand
• Fazit der bisherigen Aktivitäten, evtl. neue Zielsetzung?
• Zweiter Kongreß der Plattform am 24.11. in Köln

Mitglieder: jetzt 32 (17x A-Status, 4x B, 11 außerordentliche)
Vorstand: Cornelis Bossers (Vorsitz)
(neu) Prof. Dr. Ulrich Reimers (NDR)
Erich Staake (RTL plus)

Auszug aus dem Protokoll
„Fazit der bisherigen Aktivitäten – eventuelle neue Zielsetzung“

Cornelius Bossers erklärt einleitend, daß nach der Diskussion auf der letzten Vorstandssitzung auf dieser Mitgliederversammlung eine Aufarbeitung der Vergangenheit vorgenommen werden solle, um daraus eventuell neue Zielvorgaben zu erarbeiten, und zwar vorerst für die nächsten zwei Jahre.
Bei Gründung der Nationalen HDTV-Plattform basierten Strategie und Zielsetzung auf der EG-MAC-Direktive, begleitet durch das nationale MoU und die Entwicklungsarbeiten von Eureka’95. Dies bedeute, daß die Aktivitäten der HDTV-Plattform EU’95 als Basis hatten. Diese Grundsatzüberlegung sollte auch jetzt nicht aus den Augen verloren werden.

Die europäische Entwicklung gehe nun aber in eine etwas andere Richtung. Verstärkt hervorgehoben wird das neue Bildformat 16:9 (s. EG-Richtlinie; Memorandum of Understanding in Europa; noch zu verabschiedender Aktionsplan der EG).

Für den Verbraucher sei lediglich das neue Bildformat 16:9 mit eventuellen Verbesserungen der Bildqualität wichtig. Dieser Entwicklung solle die Plattform Rechnung tragen. Den Verbraucher interessierte der subjektive Bildeindruck.

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Donnerstag, 30. Oktober 2014